
Sterbendes Bild
Malerei: Acryl + Strukturpaste auf Leinwand
Maße: 60x40x20
Entstehung: 2009
Bildbeschreibung:
Im Zentrum leuchtet eine Rose, makellos, strahlend, voller Leben. Sie ist das Herz des Bildes, die Erinnerung an Schönheit, Freude und Würde. Doch dieses Zentrum ist nicht geschützt, sondern belagert: Von außen dringt Dunkelheit heran, wie eine langsame Erosion der Hoffnung. Die Farben verlieren ihre Kraft, die Ränder zerfließen in Tropfen, als würde das Bild selbst weinen.
Die Rose stehe für eine Frau, intelligent, lebensfroh, voller Hingabe. Ihr Beruf war Berufung, ihr Leben ein geordnetes Glück. Dach das plötzliche Verlassen durch Ihren Partner, der ihr nicht nur die Liebe, sondern auch die Kinder nahm, hat eine Wunde hinterlassen, die tiefer reicht als Worte. Die Depression, die folgte, ist nicht sichtbar, aber spürbar. Und genau das macht dieses Bild so kraftvoll: Es zeigt, was sonst verborgen bleibt.
Die Komposition ist nicht laut, sondern eindringlich. Die Dunkelheit am Rand ist nicht nur Farbe, sondern Zustand. Die Farbtropfen sind nicht nur Technik, sondern Ausdruck eines Zerfalls, der nicht schreit, sondern schweigt. Das Bild stirbt nicht abrupt, es löst sich auf. Und gerade darin liegt seine Wahrheit.
Es ist ein Bild über Verlust, über das langsame Verschwinden von Licht. Aber auch über das Leuchten, das bleibt, im Zentrum, in der Erinnerung, in der Würde der Rose. Es ist ein Bild, das nicht urteilt, sondern bezeugt. Und das den Betrachter zwingt, hinzusehen, nicht auf das Drama, sondern auf die Stille danach.
Zitat:
„Der Tod ist nicht der größte Verlust im Leben. Der größte ist das, was im Inneren stirbt, während es noch lebt.“ (Norman Cousins, amerikanischer Autor und Friedensaktivist)