
Die Form des Werdens
Malerei: Pastellkreide auf Papier
Maße: (4x) 32x41
Entstehung: 2023
Bildbeschreibung:
Diese vierteilige Serie zeigt die Rose, nicht als florales Motiv, sondern als Symbol für das Werden. Vom geschlossenen Knospenzustand bis zur vollen Blüte entfaltet sich die Königin der Blumen in stillen, aufeinanderfolgenden Stadien. Doch der Blick des Betrachters wird nicht frei gewährt. Über jedes Bild liegt ein Blatt Papier, das von der Mitte her aufgerissen wurde, als wäre dir Rose nicht nur gemalt, sondern entdeckt.
Der Riss ist keine Zerstörung, sondern ein Öffnen. Er zwingt zur Konzentration, zur Reduktion, zur Achtsamkeit. Der Betrachter sieht nicht das Ganze, sondern das Wesentliche. Die Rose erscheint nicht als fertiges Objekt, sondern als Prozess, als etwas, das sich zeigt, wenn man bereit ist, hinzusehen.
Die Serie nimmt Raum ein, nicht physisch, sondern gedanklich. Sie durchbricht die Grenzen zwischen Bild und Umgebung, zwischen Oberfläche und Tiefe. Der aufgerissene Papierlayer wird zur Membran zwischen Innen und Außen, zwischen Sichtbarem und Verborgenen. Er erinnert daran, dass Erkenntnis oft durch das Aufbrechen entsteht, durch das Durchdringen von Hüllen, durch das Zulassen von Verletzlichkeit.
Die Rose, als Königin der Blumen, steht hier für Schönheit, Würde und Vergänglichkeit. Ihre Entfaltung ist nicht nur botanisch, sondern existenziell. Sie zeigt, dass jedes Werden Zeit braucht, Raum braucht, und manchmal auch einen Riss, um sichtbar zu werden.