Durchblick ins Ungewisse

Malerei: Acryl auf Leinwand 
Maße: 115x75x20 
Entstehung: 2019

Bildbeschreibung:

Aus der zerrissenen Oberfläche eines scheinbar stummen Bildträgers blicken zwei Augen direkt in den Raum, wach, verletzlich, suchend. Der Riss im Gewebe ist kein technischer Defekt, sondern ein existenzieller Spalt: Er öffnet sich wie eine Wunde, durch die das Unsichtbare sichtbar wird. Dahinter liegt Dunkelheit, Ungewissheit, ein Schattenraum, der die Zeit der Pandemie spiegelt.

Die Augen sind realistisch gemalt, fast fotografisch genau, und doch wirken sie wie Stellvertreter einer inneren Stimme. Sie sehen nicht nur, sie sprechen. Aus ihren Rändern tropfen Farben, Rot, Blau und Gelb, wie Tränen, die nicht nur Schmerz, sondern auch Hoffnung, Kreativität und Widerstandskraft ausdrücken. Es sind keine Tränen der Resignation, sondern der Verwandlung: Emotion wird Farbe, Farbe wird Ausdruck.

Die Farbtropfen durchbrechen die Monochromie des Hintergrunds und erinnern daran, dass selbst in Zeiten der Unsicherheit, wie während der Corona-Krise, etwas Neues entstehen kann. Die Suche nach einem neuen Job, die existenzielle Fragilität, die gesellschaftliche Stille: All das fließt in dieses Bild ein, ohne zu dominieren. Stattdessen entsteht ein Raum für Interpretation, für Mitgefühl, für Stille und Stärke.

Zitat von Meister Eckhart (zugeschrieben)

„Und plötzlich weißt du: Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen.“

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